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 Kegelklub - Schiebe sachte

Kegelklub - Fiedele Brüder

Die Kegelsportanlage in der Bahnhofsallee (vormals Bahnhofstraße) wurde im Jahre 1927 mit vorerst nur einer Bahn erbaut. Bereits zu dieser Zeit gab es in Liebertwolkwitz zwei Kegelbahnen, welche als Ein-Bahn-Anlagen errichtet wurden. Zum einen existierte in der Gaststätte "Gambrinus" eine solche Anlage (schräg gegenüber dem Friseursalon "Topp" in der heutigen Seitenstraße). Auf dieser wurde bis Ende der sechziger Jahre regelmäßig gekegelt, später erfolgte der Abriss. Zum anderen die noch bestehende Anlage in der Gaststätte "Feldschlößchen" (in der jetzigen Muldentalstraße). Nach einer Modernisierung im Jahre 1993 kann diese nach wie vor für Freizeitaktivitäten genutzt werden. Leider ist trotz intensiver Recherchen nicht mehr nachweisbar, seit wann dem Kegelsport in Liebertwolkwitz nachgegangen wird. Es gab aber bereits Kegelklubs, die offensichtlich keinem Sportverein angehörten und weitgehend selbstständig agierten. Dazu gehörte auch der am 18. März 1922 gegründete Kegelklub "Fidele Brüder", der alle politischen Ereignisse in den folgenden Jahrzehnten überstand und im vorigen Jahr sein 85-jähriges Bestehen feierte. Aus der Chronik dieses Kegelklubs ist ersichtlich, dass er im Jahre 1934 einem zu diesem Zeitpunkt bestehenden Kegelverein Liebertwolkwitz beitrat. Die meisten noch heute aktiven Kegelklubs gründeten sich Ende der vierziger, Anfang der fünfziger Jahre und gehörten der Sektion Kegeln der BSG Motor Liebertwolkwitz an. Diese Betriebssportgemeinschaft war der Nachfolger des aufgelösten A.T.V. Liebertwolkwitz.



Umbua und Erweiterung

Wie ging es nun weiter mit den baulichen Maßnahmen auf der Kegelsportanlage in der damaligen Bahnhofstraße voran? Die Errichtung einer zweiten Bahn mit allen dazu erforderlichen An- und Umbauten erfolgte im Jahre 1955, einige Jahre später der Bau einer eigenen Toilette (bis dahin musste die Toilette in der Gaststätte "Einheit" benutzt werden!). Nach der Schließung der Kegelbahn "Gambrinus" zogen die dort untergebrachten Kegelklubs in die nun erweiterte Kegelsportstätte um. Aber nicht nur das Freizeitkegeln wurde in den fünfziger bis achtziger Jahren groß geschrieben, sondern auch die ununterbrochene Teilnahme am Wettkampfbetrieb spielte in diesem Zeitraum eine Rolle. So kämpften unter anderem in den siebziger Jahren drei Herrenmannschaften und eine Jugendmannschaft um Punkte, wobei die 1. Herrenmannschaft einige Jahre zuvor sogar auf Bezirksebene spielte (von 1968 bis 1971 in der Bezirksliga B). Im Jahre 1982 begann eine größere Modernisierungsaktion, die fast ein ganzes Jahr in Anspruch nahm. In dieser Zeit löste sich auch die letzte bis dahin verbliebene Wettkampfmannschaft der Herren auf.

Kegelklub - Blau-Rot

Mit der Spielserie 1984/1985 gründete sich eine neue Herrenmannschaft, die in die 1. Kreisklasse (Landkreis Leipzig) eingestuft wurde. In den achtziger Jahren gab es wettkampfmäßig auch einige Einzelerfolge zu verzeichnen, so für den Sportfreund Matthias Hempel, der bei den Kreiseinzelmeisterschaften der Herren 1987 und 1988 jeweils den 2. Platz sowie 1986 und 1990 jeweils den 3. Platz belegte. Bei dem im Jahre 1990 letztmalig ausgetragenen Endturnier um den FDGB-Pokal (und dem endgültigen Verbleib dieser Trophäe beim Sieger) musste sich die Herrenmannschaft mit dem 2. Platz nur knapp geschlagen geben.



In der sogenannten "Wendezeit" lösten sich einige Kegelklubs auf. Die Gründe dafür waren vor allem in nunmehr anderen Interessen der Mitglieder zu sehen, so durch die unbegrenzten Reisemöglichkeiten und die vielfältigen anderen Freizeitangebote. Organisatorisch gab es ebenfalls Veränderungen. Aus der BSG Motor Liebertwolkwitz wurde der SV Liebertwolkwitz e. V. (SVL) und aus den Sektionen wurden Abteilungen. Der SVL stellte 1991 die Anträge zur Aufnahme in den Keglerverband Sachsen e. V. (KVS) und in den Bund Leipziger Kegler e. V. (BLK).

Handaufstellung

Kegelbahn


Keglerheim

Aber auch die Aktivitäten auf der Kegelsportstätte gingen weiter. Anfang der neunziger Jahre wurde eine komplette Dachreparatur vorgenommen sowie eine Heizungsanlage installiert. Im Jahre 1996 erfolgte der Einbau einer automatischen Kegelstellanlage. Das ehrwürdige Alter der Kegelbahn, die jahrzehntelange Strapazierung sowie die Tatsache, eine der letzten Wettkampfbahnen mit Handaufstellung zu sein, verlangten im Zeitalter der Automatisierung geradezu nach einer Modernisierung. Mit dieser Maßnahme war gleichzeitig eine umfangreiche Renovierung, außerdem der Einbau neuer Fenster in den Aufenthaltsräumen sowie die Modernisierung im Sanitärbereich verbunden. Nicht unerwähnt soll in diesem Komplex die Verlegung der Stromzuführung (380 V) für das Antriebsaggregat zum Betrieb der Kegelstellautomatik bleiben. Im Jahre 1999 wurde die Ausstattung der zwei Bahnen mit Kunststoffbelag verwirklicht. Diese Maßnahme machte sich erforderlich, da der Asphaltbelag nach nunmehr knapp 45 Jahren im wesentlichen verschlissen war. 2003 stand eine weitere gründliche Renovierung mit dem Schwerpunkt der Gebäudefassade an. Im Herbst 2004 ist die Dachfläche der Kegelsportstätte einer umfassenden Erneuerung unterzogen worden. Weil im gesamten Dachbereich zunehmend undichte Stellen auftraten, bestand dringender Handlungsbedarf. Die Dacheindeckung im vorderen Teil (Aufenthaltsräume) erfolgte in den fünfziger Jahren, eine Reparatur des übrigen Teils (Flachdach) letztmalig Anfang der neunziger Jahre (wie bereits erwähnt). Im letzten Quartal 2006 wurde die Maßnahme "Neuanschluss der Medien Elektro, Gas und Wasser an die Kegelsportanlage" durchgeführt. Bis zu diesem Zeitpunkt verliefen sämtliche Versorgungsleitungen durch das Gebäude "Bahnhofsallee 11" (ehemalige Gaststätte "Einheit"). Diese Maßnahme war deshalb notwendig geworden, weil die Stadt Leipzig dieses Gebäude veräußert hatte und damit die Rechtsträgerschaft für die Versorgungsleitungen nicht mehr gegeben war. Auch aufgrund der damit verbundenen Innenarbeiten machte sich wiederum eine umgehende Renovierung erforderlich.

Alle seit 1990 aufgeführten Maßnahmen konnten nur aufgrund von Fördermitteln seitens des Regierungspräsidiums Leipzig und der Stadt Leipzig, der finanziellen Unterstützung durch den Sportverein Liebertwolkwitz und durch die ehemalige Gemeinde Liebertwolkwitz sowie diverser Sponsoren(u.a.die Transport und Gewerbe GmbH Wachau) realisiert werden. Außerdem sollen die Mitglieder der Abteilung Kegeln nicht unerwähnt bleiben, die mit Eigenmitteln und Eigeninitiativen wesentlich zur Verschönerung beitrugen. Im Jahr 2008 werden die bereits begonnenen Vorhaben an der Außenanlage im Großen und Ganzen abgeschlossen sein.

1. Herrenmanschaft

Aber auch bezüglich des Wettkampfkegelns gab es seit 1990 keine Stagnation. Es fanden immer mehr Kegelfreunde Gefallen daran, diesen Sport nicht nur als Hobby, sondern ebenfalls unter Wettkampfbedingungen zu betreiben. Deshalb wurde 1997 eine zweite Herrenmannschaft gebildet. Außerdem nahm im Jahre 2000 eine Seniorenmannschaft den Spielbetrieb auf. An anderer Stelle wird nochmals auf das Wettkampfgeschehen eingegangen.

Sportfreund Rößner

Nun einige Ausführungen zu den Verantwortlichkeiten, soweit diese bekannt sind. Von 1969 bis 1989 war Sportfreund Rudi Rösner mit viel Engagement Leiter der damaligen Sektion Kegeln. Zuvor übte diese Funktion Rolf Gründel aus, der sie von Günter Pohl übernommen hatte. Nach Sportfreund Rösner amtierte Hans-Joachim Tschöpe. Seit 1993 leitet Sportfreund Matthias Hempel die Abteilung Kegeln.

Sportfreund Hempel

Im Jahre 2002 wurde dem Sportfreund Hempel für seine Verdienste bei der Entwicklung des Kegelsportes im Freistaat Sachsen die Ehrennadel des Kegelverbandes Sachsen in Bronze verliehen.

150 Jahre SVL

Unsere Abteilung beteiligte sich im Jahr 2008 aktiv an der Vorbereitung und Durchführung der Feierlichkeiten anläßlich 150 Jahre Sport in Liebertwolkwitz. Wir arbeiteten an der Erstellung der Festschrift mit, trugen wesentlich zur Gestaltung der Ausstellung im Rathaus bei und unsere Kegelbahn war eine von vielen Stationen bei der im Festprogramm eingebundenen "Gaudifahrt". Die Abteilungsleitung möchte sich hiermit noch einmal bei allen Helfern bedanken.

erstellt: März 2008 aktualisiert: Dezember 2014
von Matthias Hempel (Abteilungsleiter Kegeln)




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